MÄRKTE · DEUTSCHLAND

Deutschland

Groß im Volumen. Selektiv in der Relevanz.

Deutschland ist einer der wichtigsten Weinmärkte der Welt und 2025 der größte Weinimportmarkt nach Volumen. Gleichzeitig sinkt der Weinkonsum, etablierte europäische Herkünfte dominieren den Markt und Weine aus der Neuen Welt spielen bei den privaten Haushaltskäufen nur eine kleine Rolle.

Für argentinische Produzenten entscheidet sich das Potenzial Deutschlands daran, wo ein Wein innerhalb dieses großen Marktes relevant werden kann und warum er dort gewählt wird.

12,9 Mio. hlWeinimporte 2025
2,63 Mrd. €Importwert 2025
17,8 Mio. hlgeschätzter Weinkonsum 2025
2,4 %Mengenanteil „Neue Welt“ bei privaten Haushaltskäufen, Q1 2026

Quellen: OIV, State of the World Wine Sector 2025; DWI/NielsenIQ HomeScan Panel, Mafo-News 2/2026.

MARKTKONTEXT

Ein großer Markt unter Druck

Die Größe des deutschen Weinmarktes allein sagt wenig über seine Attraktivität für einen einzelnen Produzenten aus.

2025 importierte Deutschland 12,9 Mio. hl Wein. Das Importvolumen lag damit nur 0,6 % unter dem Vorjahr, während der Importwert um 4,0 % auf 2,63 Mrd. € stieg. Bei abgefülltem Wein entwickelte sich der Markt sogar positiv: Das Importvolumen nahm um 2,5 % zu, der Importwert um 7,8 %. Gleichzeitig sank der geschätzte Weinkonsum in Deutschland um 4,3 % auf 17,8 Mio. hl.

Das ist kein Widerspruch. Es zeigt, warum ein Blick auf Gesamtvolumen allein nicht reicht. Ein rückläufiger Konsummarkt kann gleichzeitig Segmente aufweisen, in denen importierte und abgefüllte Weine wachsen.

Um welchen Teil des deutschen Weinmarktes konkurrieren wir eigentlich?
HERKUNFT

Importwein ist im deutschen Markt etabliert. Bei privaten Haushaltskäufen dominieren jedoch europäische Herkünfte.

Herkunftsanteile bei Weineinkäufen privater Haushalte in Deutschland – Q1 2026

Anteil an der gekauften Weinmenge nach Herkunft. Betrachtet werden ausschließlich Einkäufe privater Haushalte, nicht der gesamte deutsche Weinmarkt.

Deutschland
41,1 %
Italien
19,4 %
Spanien
13,3 %
Frankreich
10,1 %
Neue Welt
2,4 %
Sonstige
13,7 %

Quelle: DWI/NielsenIQ HomeScan Panel, Mafo-News 2/2026.

Deutschland importiert große Mengen Wein. Die Nachfrage verteilt sich aber nicht gleichmäßig auf alle Herkünfte.

Im ersten Quartal 2026 kamen nur 2,4 % der von privaten Haushalten gekauften Weinmenge aus der vom DWI zusammengefassten Kategorie „Neue Welt“. Italien allein erreichte 19,4 %, Spanien 13,3 % und Frankreich 10,1 %.

Für Argentinien bedeutet das: Marktzugang und Marktrelevanz sind zwei unterschiedliche Aufgaben.

ARGENTINIEN IN DEUTSCHLAND

Argentiniens heutige Marktpräsenz

0,20 %

des deutschen Weinimportvolumens kamen 2025 aus Argentinien.

2,55 Mio. lWein aus Argentinien
6,58 Mio. €Importwert
2,58 €/lstatistischer Importwert
+9,7 %Volumen gegenüber 2024
−5,3 %FOB-Wert gegenüber 2024

Quelle: Eurostat Comext, DS-045409; Reporter DE, Partner AR/WORLD, Produkt 2204, Flow Imports, vollständiges Kalenderjahr 2025. Veränderungsraten: Instituto Nacional de Vitivinicultura (INV), Mercado Externo de Productos Vitivinícolas 2025, Vergleich mit dem definitiven Jahresbericht 2024.

Der statistische Importwert ist kein Verbraucherpreis.

SORTIMENT

Das Sortiment muss zum Markt passen

Fast die Hälfte der von privaten Haushalten gekauften Weinmenge entfiel im ersten Quartal 2026 auf Weißwein. Weißwein erreichte knapp 49 %, Rotwein rund 39 %. Innerhalb der Weißweinkäufe lag der Mengenanteil der Kategorie „Neue Welt“ allerdings bei lediglich 1,4 %. Bei Rotwein waren es 4,1 %.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Deutschland eine ungenutzte Chance für argentinischen Weißwein darstellt. Die Daten zeigen zunächst etwas anderes: Die Struktur der deutschen Nachfrage und die heutige Stellung von Weinen aus der Neuen Welt unterscheiden sich deutlich nach Weinart.

Eine Deutschlandstrategie sollte deshalb nicht einfach das bestehende Exportsortiment übernehmen. Rebsorte, Stilistik, Preis, Herkunft und Zielkanal müssen zusammen betrachtet werden.

VERTRIEB

Vertrieb ist Teil der Positionierung

36 %Discounter
28 %Super-/Verbrauchermärkte
64 %Lebensmitteleinzelhandel

Basis: private Haushaltskäufe 2024.

Ein Wein für den Lebensmitteleinzelhandel, ein Sortiment für einen spezialisierten Importeur und eine Positionierung für Gastronomie und Sommellerie lösen deshalb nicht dasselbe Marktproblem.

Markteintritt beginnt mit der Wahl des Marktes im Markt.

Erst wenn Kanal, Preisposition, Sortiment und relevante Vergleichsgruppe definiert sind, lässt sich entscheiden, welche Kommunikation, welche Geschichten und welche Kontakte tatsächlich gebraucht werden.

UNSERE SICHT AUF DEUTSCHLAND

Jeder zusätzliche Wein braucht einen klaren Platz im Markt.

In Deutschland wird ein Wein dort relevant, wo für Handel, Gastronomie oder Käufer nachvollziehbar ist, welchen Platz er einnimmt und warum er gegenüber etablierten Herkünften bestehen kann.

Wo kann dieser Wein in Deutschland relevant werden und warum sollte er dort gewählt werden?

Die Antwort darauf bestimmt Positionierung, Kommunikation und Aktivierung im Markt.

QUELLEN
  1. OIV – State of the World Wine Sector in 2025
    Veröffentlicht: Mai 2026
    Datenjahr: 2025
  2. DWI – Mafo-News 2/2026
    Datenzeitraum: Q1 2026
    Datenbasis: NielsenIQ HomeScan Panel; private Haushaltskäufe, kein Außer-Haus-Konsum.
  3. DWI – Deutscher Wein Statistik 2025/2026
    Importdaten: 2024
    Grundlage laut DWI: Statistisches Bundesamt.