MÄRKTE · ÖSTERREICH

Österreich

Stark in der eigenen Herkunft. Anspruchsvoll für Importe.

Österreich verbindet eigene Weinproduktion, einen hohen Weinkonsum und eine ausgeprägte Präferenz für heimische Herkunft. 2025 wurden 2,56 Mio. hl Wein erzeugt; der Pro-Kopf-Verbrauch lag im Weinwirtschaftsjahr 2024/25 bei 25,5 Litern. Im Lebensmitteleinzelhandel entfielen 2024 68,7 % der verkauften Weinmenge und 77,0 % des Umsatzes auf österreichischen Wein.

Für argentinische Produzenten ist Österreich damit ein Markt, in dem Herkunft bereits stark besetzt ist. Relevanz entsteht dort, wo ein importierter Wein eine erkennbare Rolle neben heimischen Weinen und etablierten europäischen Importherkünften einnehmen kann.

2,56 Mio. hlWeinproduktion 2025
25,5 lPro-Kopf-Verbrauch 2024/25
68,7 %Mengenanteil österreichischer Weine im LEH 2024
80,4 Mio. lWeinimporte 2024

Quellen: Statistik Austria; Austrian Wine Statistics Report.

MARKTKONTEXT

Ein Weinmarkt mit starker eigener Mitte

Österreich produzierte 2025 rund 2,56 Mio. hl Wein – 37 % mehr als im schwachen Jahr 2024 und 11 % mehr als im Durchschnitt der fünf vorangegangenen Jahre. Gleichzeitig lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2024/25 bei 25,5 Litern. Wein ist damit sowohl auf Angebots- als auch auf Nachfrageseite fest im österreichischen Markt verankert.

Im Lebensmitteleinzelhandel wurden 2024 insgesamt 71,7 Mio. Liter Wein verkauft, 3,5 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatz sank um 2,2 % auf 387,4 Mio. €. Ausländische Weine verloren dabei stärker: Ihre Absatzmenge ging um 6,0 % zurück, während österreichischer Wein 2,3 % verlor.

Marktgröße allein beschreibt Österreich deshalb nur unzureichend. Entscheidend ist, wie viel Raum innerhalb eines stark durch heimische Herkunft geprägten Marktes tatsächlich für einen zusätzlichen Importwein besteht.

Wie schafft ein importierter Wein Relevanz in einem Markt, dessen eigene Herkunft bereits so stark besetzt ist?
HERKUNFT

Importwein ist etabliert. Die wichtigsten Herkünfte liegen in Europa.

Österreich importierte 2024 rund 80,4 Mio. Liter Wein im Wert von 295,5 Mio. €. Italien dominierte mit 48,1 Mio. Litern deutlich vor Deutschland mit 13,0 Mio. Litern. Nach Importwert lagen Italien mit 141,8 Mio. € und Frankreich mit 84,0 Mio. € weit vor den übrigen Herkunftsländern.

Die fünf wichtigsten Lieferländer nach Importwert waren Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Ungarn. Erst danach folgten mit den USA, Südafrika und Australien Herkünfte außerhalb Europas. Argentinien gehörte 2024 nicht zu den zehn größten Lieferländern Österreichs.

Dabei zeigt die Importstruktur unterschiedliche Rollen: Italien verbindet großes Volumen mit einem durchschnittlichen Importwert von 2,95 €/l. Frankreich erreichte bei nur 4,7 Mio. Litern einen Importwert von 84,0 Mio. € beziehungsweise 17,86 €/l. Der österreichische Importmarkt besteht damit aus sehr unterschiedlichen Preis-, Herkunfts- und Sortimentspositionen.

Für Argentinien liegt die relevante Vergleichsgruppe bei den etablierten Importherkünften und ihren jeweiligen Rollen im Sortiment.
ARGENTINIEN IN ÖSTERREICH

Eine kleine Präsenz mit Wachstum von niedriger Basis

Nach den definitiven Exportdaten des argentinischen Instituto Nacional de Vitivinicultura gingen 2025 insgesamt 755 hl Wein aus Argentinien nach Österreich. Der FOB-Wert lag bei 582.000 US-Dollar. Österreich stand damit auf Rang 69 der argentinischen Exportziele nach Volumen und nahm 0,04 % des gesamten argentinischen Weinexportvolumens auf.

2024 waren es 636 hl und 449.000 US-Dollar FOB. Damit stieg das Exportvolumen 2025 gegenüber 2024 um 18,7 %, der FOB-Wert um 29,6 %. Die Entwicklung ist positiv, die absolute Marktpräsenz bleibt jedoch sehr klein.

755 hl

Wein wurden 2025 aus Argentinien nach Österreich exportiert.

755 hlWein aus Argentinien 2025
582.000 US$FOB-Wert 2025
+18,7 %Volumen gegenüber 2024
+29,6 %FOB-Wert gegenüber 2024

Quelle: Instituto Nacional de Vitivinicultura (INV), Mercado Externo de Productos Vitivinícolas 2025, Vergleich mit dem definitiven Jahresbericht 2024.

Für Argentinien beginnt Österreich bei einer kleinen bestehenden Basis. Jede zusätzliche Listung kann deshalb einen sichtbaren Unterschied für die Marktpräsenz machen.
SORTIMENT

Ein Importwein braucht eine erkennbare Funktion im Sortiment

Österreichischer Wein steht im heimischen Handel bereits für den Großteil von Absatz und Umsatz. Gleichzeitig zeigen die Importdaten, dass ausländische Weine sehr unterschiedliche Positionen besetzen – vom volumenstarken italienischen Angebot bis zum deutlich höher bewerteten französischen Import.

Für ein argentinisches Portfolio reicht deshalb die Übertragung des bestehenden Exportsortiments nicht aus. Rebsorte, Stilistik, Herkunft, Preis und die Rolle des einzelnen Weins im jeweiligen Kanal müssen zusammenpassen. Bei einer bislang kleinen argentinischen Präsenz spricht die Marktstruktur für ein fokussiertes Portfolio mit klar unterscheidbaren Funktionen statt für Breite ohne erkennbare Position.

VERTRIEB

Der richtige Kanal bestimmt den Kontext des Weins

Die hohe Bedeutung heimischer Weine prägt Handel und Gastronomie gleichermaßen. Im Lebensmitteleinzelhandel erreichten österreichische Weine 2024 68,7 % Mengenanteil und 77,0 % Umsatzanteil. Für den Gastro-Großhandel weist die zuletzt veröffentlichte vollständige Marktanteilsbasis für 2023 sogar 89,8 % der Menge und 83,1 % des Wertes für österreichische Weine aus.

Für importierte Weine wird damit die Auswahl des Vertriebskanals besonders relevant. Fachhandel, Gastronomie oder ein spezialisiertes Importportfolio stellen jeweils andere Anforderungen an Preis, Sortiment, Herkunftserklärung und Kommunikation. Die Frage nach dem geeigneten Partner gehört deshalb zur Positionierung des Weins im österreichischen Markt.

Markteintritt beginnt mit dem Umfeld, in dem die Herkunft des Weins einen konkreten Wert bekommt.
UNSERE SICHT AUF ÖSTERREICH

Österreich verlangt Präzision bei Herkunft, Sortiment und Kanal.

Der Markt ist für Importwein offen: 2024 wurden mehr als 80 Mio. Liter eingeführt. Gleichzeitig entfällt im heimischen Handel der größere Teil des Absatzes auf österreichischen Wein, während die wichtigsten Importpositionen bereits von etablierten europäischen Herkünften besetzt werden.

Für argentinische Produzenten liegt die Aufgabe deshalb in einer sehr konkreten Marktentscheidung: Welcher Wein ergänzt ein bestehendes Sortiment, in welchem Kanal wird seine Herkunft relevant und welcher Preis lässt sich dort nachvollziehbar vertreten? Die geringe heutige Präsenz Argentiniens macht fokussierte Listungen, passende Partner und eine klare Herkunftsposition besonders wichtig.

Wo ergänzt ein argentinischer Wein ein österreichisches Sortiment so klar, dass seine Herkunft selbst zum Argument wird?

Die Antwort darauf bestimmt Portfolio, Preisposition, Vertrieb und Kommunikation.

QUELLEN
  1. Statistik Austria – Weinernte und Weinbestand 2025
    Veröffentlicht: 20. Februar 2026
    Datenjahr: 2025
    Weinproduktion: 2,56 Mio. hl; +37 % gegenüber 2024; +11 % gegenüber dem Fünfjahresmittel.
  2. Statistik Austria – Versorgungsbilanz Wein
    Aktualisiert: 30. April 2026
    Datenzeitraum: Weinwirtschaftsjahr 2024/25, 1. August bis 31. Juli
    Pro-Kopf-Verbrauch: 25,5 Liter.
  3. Austrian Wine Statistics Report
    Publikationsstand: Oktober 2025
    Marktdaten: NielsenIQ Multiple Grocers Report, Kalenderjahr 2024
    LEH 2024: 71,7 Mio. Liter; 387,4 Mio. € Umsatz; österreichischer Wein 68,7 % Mengen- und 77,0 % Umsatzanteil.
  4. Austrian Wine – Importstatistik
    Datenjahr: 2024
    Datenstand: Juli 2025
    Grundlage: endgültige Importdaten von Statistik Austria
    Gesamtimporte: 80,39 Mio. Liter; 295,46 Mio. €.
  5. Instituto Nacional de Vitivinicultura – Mercado Externo de Productos Vitivinícolas 2025
    Datenjahr: 2025
    Vergleich: definitiver Jahresbericht 2024
    Österreich: 755 hl und 582.000 US$ FOB 2025 gegenüber 636 hl und 449.000 US$ FOB 2024.