Schweiz
Die Schweiz kann ihren Weinbedarf nicht aus eigener Produktion decken. 2025 wurden 211,2 Millionen Liter Wein konsumiert, davon 132 Millionen Liter ausländischer Wein. Rechnerisch stammen damit rund 62,5 % des Konsums aus dem Ausland. Gleichzeitig sank der gesamte Weinkonsum um 3,3 % und der Konsum ausländischer Weine sogar um 6,4 %. Schweizer Wein entwickelte sich gegen diesen Trend: Sein Marktanteil stieg auf 37,5 %.
Für argentinische Produzenten ergibt sich daraus eine klare Ausgangslage: Importe sind struktureller Bestandteil des Schweizer Weinmarkts. Entscheidend ist, wo Herkunft, Stil, Preis und Vertrieb im bestehenden Angebot eine erkennbare Position besetzen.
Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft, Das Weinjahr 2025 und Medienmitteilung vom 21. April 2026.
Ein importabhängiger Markt
mit klaren Herkunftspräferenzen
Die Schweizer Importstruktur ist stark konzentriert.
2025 importierte die Schweiz rund 1,55 Millionen Hektoliter Wein. Davon kamen 43,8 % aus Italien, 23,1 % aus Frankreich und 14,8 % aus Spanien. Zusammen entfielen damit 81,7 % des gesamten Importvolumens auf diese drei Herkünfte. Mit Portugal waren es 87,0 %.
Neue Anbieter treffen auf einen Markt, in dem wenige europäische Herkünfte den Import klar prägen.
Wo kann eine neue Herkunft im bestehenden Angebot tatsächlich relevant werden?
Weinimporte nach Herkunft
Quelle: BLW, Das Weinjahr 2025; Datenbasis Schweizerische Aussenhandelsstatistik Swiss-Impex, Stand März 2026.
Die Importstruktur zeigt, wie klar der Markt bereits verteilt ist. Für Produzenten aus Argentinien ist entscheidend, in welchem Segment ihr Wein über Stil, Preis, Herkunft und Vertriebskanal eine eigenständige Rolle einnehmen kann.
Argentiniens aktuelle Marktposition
1,0 %
des Schweizer Weinimportvolumens kamen 2025 aus Argentinien.
Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft, Das Weinjahr 2025; Importdaten auf Basis Swiss-Impex, Stand März 2026. Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr auf Basis der BLW-Daten 2024/2025.
Weitere 22 hl entfielen 2025 auf Schaumwein.
Argentiniens Importe sind
stark auf Rotwein konzentriert
2025 sank der Konsum ausländischer Rotweine in der Schweiz um 9,1 %. Der Konsum ausländischer Weißweine nahm um 0,4 % zu. Beim gesamten Schweizer Markt sank der Konsum von Rotwein inklusive Rosé um 5,5 %, während Weißwein um 0,5 % zulegte.
Gleichzeitig entfielen fast 89 % der Schweizer Weinimporte aus Argentinien auf Rotwein. Damit liegt Argentiniens heutiges Importprofil besonders stark in dem Segment, das 2025 den deutlichsten Rückgang verzeichnete.
Für eine Schweizer Marktstrategie sollten Portfolio, Stilistik und Herkunftsargumentation deshalb an der tatsächlichen Entwicklung der Kategorien geprüft werden.
Argentinisches Importprofil und Marktentwicklung
Die beiden Datensätze messen unterschiedliche Größen – Importzusammensetzung und Konsumentwicklung – und dürfen nicht als direkte Kausalität interpretiert werden.
Schweizer Wein prägt den Wettbewerb
2025 wurden 79,2 Millionen Liter Schweizer Wein konsumiert, 2,3 % mehr als im Vorjahr. Sein Marktanteil stieg von 35,5 % auf 37,5 %. Der Konsum ausländischer Weine sank im selben Zeitraum um 6,4 %.
Ein ausländischer Produzent konkurriert damit gleichzeitig mit etablierten internationalen Herkünften und einem heimischen Weinsektor, dessen Positionierung und Absatzförderung aktiv unterstützt werden.
Importe sind Teil des Marktes. Präferenz bleibt umkämpft.
Marktzugang ist auch eine regulatorische Frage
Anders als im EU-Binnenmarkt ist der Schweizer Weinimport Teil eines eigenen agrar- und zollpolitischen Systems.
Für Weiß-, Rot- und Roséwein bestehen Zollkontingente von insgesamt 1,7 Millionen Hektolitern pro Kalenderjahr. Gewerbliche Importeure benötigen für Einfuhren innerhalb des Kontingents eine Generaleinfuhrbewilligung des BLW und müssen für den Weinhandel bei der Schweizer Weinhandelskontrolle registriert sein.
Damit ist die Wahl des Importpartners nicht nur eine Vertriebsfrage. Seine Struktur und Importfähigkeit sind Teil des Marktzugangs.
Stand August 2026 gilt für die Kontingentszuteilung weiterhin das bestehende Verfahren. Eine Änderung hin zu einer stärkeren Berücksichtigung sogenannter Inlandleistungen befindet sich im politischen Verfahren. Der Bundesrat hat seinen Entscheid für Herbst 2026 angekündigt. Diese Regelung muss vor einer konkreten Importentscheidung erneut geprüft werden.
Die Schweiz folgt einer eigenen Marktlogik
Die Schweiz ist ein kleiner, importabhängiger Markt mit eigenem Preis-, Handels- und Regulierungsumfeld.
Ein neuer Wein trifft auf stark etablierte europäische Herkünfte, einen aktiv positionierten heimischen Weinsektor und einen rückläufigen Gesamtkonsum. Argentiniens Marktposition ist klein und 2025 weiter zurückgegangen.
Welche Position kann dieser Wein im Schweizer Markt realistisch besetzen?
Erst daraus lassen sich Portfolio, Preisposition, Importpartner, Vertriebskanal und Kommunikation ableiten.
Importierter Wein ist ein fester Bestandteil des Schweizer Marktes.
Für argentinische Produzenten entscheidet sich Relevanz an einer präzisen Position zwischen etablierten europäischen Herkünften und Schweizer Wein. Produkt, Herkunft, Preis, Importstruktur und Zielgruppe müssen dafür zusammenpassen.
Ein kleiner Markt verlangt eine präzisere Strategie.
Bundesamt für Landwirtschaft – Das Weinjahr 2025
Datenjahr: 2025
Enthält Produktion, Lagerbestände, Importe, Exporte und Konsum.
Importdaten basieren laut BLW auf Swiss-Impex, Stand März 2026.
Link: BLW, Das Weinjahr 2025Bundesamt für Landwirtschaft – Weinjahr 2025: Schweizer Weine behaupten sich bei rückläufigem Weinkonsum
Veröffentlicht: 21. April 2026
Datenjahr: 2025
Link: BLW-MedienmitteilungBundesamt für Landwirtschaft – Das Weinjahr 2024
Datenjahr: 2024
Verwendung: Vergleich der argentinischen Importmengen 2024/2025.
Link: BLW, Das Weinjahr 2024Bundesamt für Landwirtschaft – Einfuhr von Wein und Trauben zum Keltern
Verwendung: Generaleinfuhrbewilligung und Zollkontingente.
Link: BLW, Einfuhr von Wein und Trauben zum KelternBundesamt für Landwirtschaft – Verteilung des Zollkontingents für Wein
Veröffentlicht: 11. März 2026
Verwendung: laufendes Verfahren zur möglichen Änderung des Zuteilungssystems.
Link: BLW, Verteilung des Zollkontingents für Wein